Kleiner Nachtrag aus Zürcher Sicht vom 25.10.2007
Aus meiner Zürcher Sicht (für YB natürlich irgendwo zwischen irrelevant und bedrohlich) fehlen die Grünliberalen. Ihr nicht unerheblicher Erfolg dürfte allem voran darauf zurückzuführen sein, dass sie von allen - insbesondere aber von denen mit den VIP-Logen und wider besseren Rat einiger ihrer Strassenverkäufer - völlig unterschätzt wurden. Überdies haben sie das überholt geglaubte Spiel mit dem Libero wieder eingeführt, der sich, ohne sich auf eine Position festlegen zu müssen (und dafür von Trainer und Publikum gelobt werdend) völlig frei von hinten heraus bewegen kann und das Spiel dadurch prägen kann, dass er einfach die Nase richtig im Wind haben muss...
Für diejenigen mit den VIP-Logen bleibt zu hoffen, dass das Publikum dies bald durchschaut - und darüber hinaus die Fans und Vereinsmitglieder der Liberopartei in den VIP-Logen, die ja auch durchaus zahlreich sind, bald von den andern zu unterscheiden lernt ...
Danke
Lizamazo fürs Update
Zusammenfassung der gestrigen nationalen Politikmeisterschaften:
Rang 1, 62 Punkte
Die SVP, welche auch dieses Jahr das mit Abstand teuerste Kader auf die Schafsweide stellte, gewinnt trotz einigen übler Fouls und Verwarnungen die Meisterschaft souverän. Einmal mehr wussten die gegnerischen Teams dem aggressiven Pressing der SVP-Sturmspitzen nichts, aber auch gar nix, entgegenzusetzen.
Rang 2, 43 Punkte
Das Spielerkollektiv der Sozialisten belegt auch dieses Jahr den (für sie) enttäuschenden zweiten Rang. Trotz mehrfacher Manndeckung des gegenerischen Spielstrategen (Ch.B.) konnte dessen Wirkungskreis zu keiner Zeit eingeengt werden. Weitere Ursachen dürften im schwachen Zweikampfverhalten und dem inexistenten Angriff zu finden sein. Dafür ist die VIP-Loge bei SP Spielen von Jahr zu Jahr besser gefüllt.
Rang 3, je 31 Punkte:
Das Mittelfeld (oder auch "die Mitte") teilen sich FDP und CVP.
Die FDP setzt ihren kontinuierlichen Abwärtstrend fort. Ohne erkennbares Spielkonzept wird das wohl auch in Zukunft nichts. Die gemeinsamen Trainingseinheiten mit der SVP scheinen die FDP jedenfalls nicht wirklich weiter zu bringen, im Gegenteil. Wenn das so weitergeht, können sie einen Ihrer Vertreter im Verbandsgremium bald abschreiben. Vielleicht sollte man auch ein paar ausgediente VIP Logen wieder in Stehplätze umwandeln, um ein vielseitigeres Publikum anzulocken.
Die Leistung der CVP verdient Anerkennung: Letzte Saison noch auf einem Abstiegsplatz, konnte man sich wieder ins angestammten Mittelfeld zurückkämpfen. Mehr aber auch nicht. Immerhin bietet die CVP die günstigsten Familienabos der Liga and und wird auch in Zukunft die Meisterschaft entscheidend beinflussen können.
Rang 5, 19
Die Grünen gewinnen auch dieses Jahr Punkte hinzu. Der Erfolg des Aufsteigers kommt nicht von ungefähr: Als einige der wenigen Teams spielen die Grünen auf Naturrasen, was ihnen einen gewissen Wettbewerbsvorteil verschafft hat. Ihr Punktezuwachs dürfte deshalb vor allem auf den "Heimvorteil" zurückzuführen sein.
Geschrieben von Pepeist am 22. Oktober 2007 15:04:03 im YB-Forum
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Apropos; Bund, 24.10.2007
Alain für Claude
Eigentlich wollten wir an dieser Stelle noch einmal eine blitzsaubere Wahlanalyse des Staranalytikers Claude Longchamp abdrucken. Irrtümlicherweise schickten wir unsere diesbezügliche Anfrage jedoch an einen anderen Fachmann von Weltformat, den Spitzenredner Alain Sutter. Da wir den Irrtum viel zu spät bemerkten, sehen wir uns nun gezwungen, den versierten Ex-Fussballer analysieren zu lassen. Hier also Alain Sutters Wahlkommentar:
Schon vor vier Jahren haben wir über eine Polarisierung gesprochen. Jenes Spiel lief allerdings noch gleichmässiger über beide Flügel. Das Mittelfeld war bereits damals ausser Form und fand wenig freie Abspielstationen. Hier konnten keine entscheidenden Korrekturen angebracht werden.
Diesmal kam der Druck vor allem über rechts aussen. Wobei wir nicht vergessen dürfen, dass manch ein schönes Zuspiel von der linken Seite vors Tor gespielt wurde, so dass die Spitzen von rechts bloss noch verwerten mussten.
Bis zum Schlusspfiff lag für alle noch einiges drin. Das Spiel hätte ja – einen andern Spielverlauf vorausgesetzt – durchaus auch auf die andere Seite kippen können. Wobei wir nicht vergessen sollten, dass nach dem Spiel immer vor dem Spiel ist, also erst ganz am Ende abgerechnet wird.
Die detaillierten Analysen werden noch aufzeigen müssen, welche Zweikämpfe letztlich den Match entschieden haben. Fest steht für mich einzig, dass die Ausschreitungen im Vorfeld des Spiels auch ihren Einfluss auf den Ausgang hatten. Freilich wäre ich jetzt mit Schuldzuweisungen noch relativ zurückhaltend. Wichtig scheint mir einfach, dass die Linien noch näher zusammenrücken und dass wir künftig technisch eine feinere Klinge führen. Mit etwas Glück liegt selbst bei diesem Team in Zukunft die eine oder andere Überraschung drin.